Urlaubsfliegen im Zellertal

Auch in diesem Jahr trieb es Wolfgang Gindele, Janika Scheglmann, Dominik Mayer und mich wieder in den schönen Bayr.Wald nach Arnbruck. Drei Wochen zuvor war ich schon einmal hier und musste leider die schlechten Wettertage verkraften. Doch nun sollte alles besser werden. Am ersten Tag flog Wolfi fast 90km und Janika 72 km um den Platz um sich wieder an die Örtlichkeiten zu gewöhnen. Die Aussichten waren jedoch extrem gut, dass sich die KM-Leistungen in den folgenden Tagen um ein vielfaches steigern würden.

Tag 2: Nach dem ausgiebigen Frühstück wollten wir schon früh an den Platz, um in Ruhe die Flieger montieren zu können und um den Thermikanfang nicht zu verpassen. Nachdem die Streckenflugausrüstung verstaut war und der Discus mit Wasser befüllt war, hieß es nun, wann können wir starten? Um 9 Uhr UTC ging es dann endlich los. Dominik und ich entschlossen uns ein Jojo nach Sternstein in Österreich zu fliegen, da es im Flachland sehr trocken war und wir nicht im Blauen unser Glück strapazieren wollten. Die Thermik war im Allgemeinen gut, also mit ca. 2,4 – 3,4 m/s integriert, wobei es natürlich Ausnahmen gab. Ca. 7 Std. später landete ich mit der tiefstehenden Sonne und bald darauf auch Dominik. Kaum waren die Flieger geputzt und zusammengeräumt wollten wir auch schon zu den Laptops um die Logger auszulesen. Bilanz des Tages: Dominik flog 486km mit einem Durchschnitt von 68km/h und bei mir waren es 513km bei 75km/h. So konnte das Wetter bleiben.

Tag 3: Beflügelt durch die gestrigen Resultate wollten nun Wolfgang und Janika losziehen. Leider war es etwas trockener als am Vortag, doch es wurden immerhin beachtliche 362km und 344km. Was würde das Wetter machen? Trocknet es weiter ab?
Tag 4: Tatsächlich waren viele Wolken am Himmel. Der erste Schenkel war einfach gigantisch. Es ging wieder nach Sternstein, oder wie wir ihn nannten „Dottel´s WPT“. Dies ging dermaßen schnell, dass ich überlegte, nach Ottenschlag zu verlängern, jedoch sah es stark nach Überentwicklung aus, so entschied ich bei Freistadt umzudrehen und eventuell am Nachmittag hier noch weiterzufliegen. Auf Höhe Lipno kam mir Dominik entgegen. Er wagte es weiter Richtung Ottenschlag. Auf dem Weg nach Arnbruck merkte ich bereits, dass die starken Bärte immer mehr ausblieben. Die Wolken zerfielen leicht und die Arbeitshöhe ging nicht mehr bis zur Basis. So kämpfte ich mich am Hausberg erst wieder hoch um mich auf den dritten Schenkel zu machen. Zu dieser Zeit flog Dominik von kurz vor Ottenschlag wieder zur deutschen Grenze. Doch die zerfallenen Wolken schirmten die Hänge ab und so schwand die Thermik mehr und mehr.

Bei Grafenau-Elsenthal dann ein dicker Absitzer. Nur zögerlich wollte ich das Wasser ablassen. Natürlich war die Strecke damit vorbei und das Heimkommen wurde zum obersten Ziel. Bei einem netten Dörfchen namens Lalling war für mich dann Schluss und ich setzte in einer leicht ansteigenden abgemähten Wiese auf. Am Telefon erfuhr ich, dass auch der Dominik auf einer Wiese nahe der Österreichischen Grenze saß und nun beide Rückholer auf eine Odyssee gingen, die letztendlich bis 22 Uhr LOC dauerte.

Tag 5: Als ob sich der Wettergott entschuldigen wollte, war nun endlich auch außerhalb des Bayr. Waldes die Thermik durch Wolken gezeichnet. Janika flog bis kurz vor den Lipno Stausee, danach bis kurz vor Erbendorf und wieder an Arnbruck vorbei zum Lusen. Nach etwa 6,5 Std. und 491km später landete sie in Arnbruck. Beim Wolfgang ging es ebenfalls erst mal zur Nordspitze des Lipno, danach jedoch nur bis nach Weiden. Hier entschied er sich nach Westen bis Regensburg Oberhub zu fliegen um danach wieder am Lusen zu drehen und zum Abschluss nochmals nördlich des Chamer Kessels zu drehen. Dieser Marathon ergab dann fast 540km mit 74km/h.

Tag 6 und 7 waren eher unspektakulär da die Thermik nur in den Hügeln um Arnbruck zu finden war. So schrubbten wir zwischen Kötzting und Lusen hin und her, konnten jedoch bei diesen Flügen die schöne Landschaft genießen.
Letztendlich haben wir in den 7 Flugtagen 3980,1 km zurückgelegt. Die Gastfreundschaft am Arnbrucker Flugplatz ist einfach toll. Ich denke ich spreche im Namen aller, dass diese Woche einfach unglaublich war.

 

Weitere Infos und Bilder unter: http://www.avs-ev.de/jugend/aktivitaeten06.html